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Die Gemeinde Berghaupten als die für die Lärmaktionsplanung auf ihrem Gebiet zuständige Behörde hat im Jahr 2018 nach § 47 d des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) einen Lärmaktionsplan aufgestellt. Das Ziel der Lärmaktionsplanung ist es, Lärmprobleme und Lärmauswirkungen durch Hauptverkehrswege zu regeln und Möglichkeiten zur Lärmminderung zu untersuchen. Im Rahmen der Fortschreibung des Lärmaktionsplanes soll die Öffentlichkeit zu Vorschlägen gehört werden. Vor allem die betroffenen Bürgerinnen und Bürger sollen rechtzeitig und effektiv die Möglichkeit erhalten, an der Ausarbeitung und der Überprüfung von Lärmaktionsplänen mitzuwirken.

Der Gemeinderat hat dem von der Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Fichtner, Freiburg, erabeiteten Entwurf in der öffentlichen Sitzung am 25.07.2022 zugestimmt. Gemäß § 47 d BImSchG ist die Öffentlichkeit an der Aufstellung des Lärmaktionsplans zu beteiligen. Die Unterlagen zur Fortschreibung des Lärmaktionsplanes liegen daher in der Zeit vom 19.08.2022 bis 30.09.2022 bei der Gemeindeverwaltung im Rathaus während der üblichen Dienststunden öffentlich aus. Während der Auslegungsfrist können Stellungnahmen zur Fortschreibung des Lärmaktionsplanes schriftlich oder zur Niederschrift bei der Gemeindeverwaltung abgegeben werden. Über eingegangene Stellungnahmen entscheidet der Gemeinderat in öffentlicher Sitzung voraussichtlich am 07.11.2022.

Entwurf Kurzbericht LAP, 25.07.2022

Lärmkarte Tag

Lärmkarte Nacht

 

Stichwort „Lärmaktionsplan“: Ein Lärmaktionsplan ist ein fachübergreifendes Planungsinstrument, das die Belange des Lärmschutzes bei allen infrastrukturellen und umweltpolitischen Planungen soweit wie möglich berücksichtigt. Ziel dieser Planung ist es, einerseits den Umgebungslärm vorrangig an jenen Orten zu reduzieren, wo die Geräuschbelastung ein gesundheitsschädigendes Ausmaß erreicht hat. Andererseits sollen aber gleichzeitig auch ruhigere Gebiete als solche geschützt und erhalten werden. Dafür erließ die EU im Jahr 2002 die „Umgebungslärmrichtlinie“. Hiernach wird im Rahmen eines zweistufigen Verfahrens zunächst der Umgebungslärmpegel in Lärmkarten erfasst und im Anschluss ein entsprechender Lärmaktionsplan zur Verminderung von Geräuschbelastungen erstellt. Für die Aufstellung dieses laut Empfehlung alle fünf Jahre zu überarbeitenden Maßnahmenkatalogs sind die Kommunen verantwortlich, die ihrerseits in enger Abstimmung mit der betroffenen Öffentlichkeit arbeiten sollen. Die Zusammenstellung geeigneter Lärmreduzierungsmaßnahmen ist sowohl von der Größe der Kommune als auch von der bereits vorhandenen Infrastruktur abhängig. Entsprechende Konzepte beinhalten daher meist eine Stärkung des ÖPNV, die Anpassung von Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie den Einsatz lärmmindernder Fahrbahnbeläge. Da Lärm schon ab 60 Dezibel das Gehör beeinträchtigen, Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen kann, liegt es in den Händen der Kommunen, mit Hilfe jener Pläne nicht nur positive Auswirkungen auf den Gesundheitsschutz und die Verbesserung der Lebensqualität zu erzielen, sondern auch die Kommune an sich als Wohn- und Investitionsstandort aufzuwerten (Quelle:  Deutsches Institut für Urbanistik (difu.de))

Präsentation IB Fichtner zum LAP, 25.07.2022

Im Rahmen der Fortschreibung des Lärmaktionsplans konnte die Verwaltung in der GR-Sitzung am 25.07.2022 gleich für zwei Lärmschwerpunkte effektive Lösungsansätze anbieten. Zum einen ließe sich durch die Aufschüttung eines ca. 5m hohen, 17m breiten und zwischen 500 und 650m langen Lärmschutzwalls an der B33 die Lärmbelastung für die Menschen im Ort deutlich senken. Baufirmen könnten angefallenes Material, welches ansonsten auf Erdaushubdeponien gefahren werden müsste, dort aufschütten, wodurch die Maßnahme für die Gemeinde komplett kostenneutral wäre. Leider gestalten sich die Gespräche, die Bürgermeister Clever gemeinsam mit dem Gründer der Bürgerinitiative führt, nach anfänglichen Erfolgen in Einzelfällen zusehends schwierig. Und das obwohl die Gemeinde u.a. gleichwertige Tauschflächen vor Ort anbieten kann. Die anfängliche Euphorie sei angesichts der Forderungen und Vorstellungen mancher Eigentümer einer gewissen Ernüchterung gewichen, was auch die Mitglieder des Gemeinderats sehr  bedauerten. Clever appellierte daher nochmal eindringlich an alle Beteiligten, diese einmalige Chance für effektiven Lärmschutz nicht scheitern zu lassen. Unabhängig von rechtlich festgelegten Grenzen seien die direkten Anlieger der B 33 24 Stunden am Tag von Lärm geplagt, weshalb die Maßnahme als überaus sinnvoll anzusehen sei. Ausdrücklich bedankte sich Clever bei denjenigen Eigentümern, die sich sofort zum Verkauf oder Tausch ihrer Flächen bereiterklärt haben. Gute Nachrichten gab es vom Ingenieurbüro Fichtner für die Anwohner der Lindenstraße. Auch dort hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die sich für mehr Verkehrssicherheit und Lärmschutz einsetzt. Hier ergaben die Berechnungen auf der Grundlage der Verkehrszählungen aus März 2020, dass aufgrund der Ergebnisse die Voraussetzungen für Tempo 30 in der gesamten Lindenstraße aus Gründen des Lärmschutzes gegeben seien. Die Entscheidung über den Antrag der Gemeinde auf Begrenzung auf Tempo 30 treffen allerdings das Landratsamt und das Regierungspräsidium als zuständige Verkehrsbehörden.