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Hochwasserschutz

Allgemeines zum Hochwasserschutz

Durch die Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre ist bewusst geworden, dass die derzeit vorhandenen technischen Mittel alleine nicht ausreichen, um Katastrophen abwenden zu können. Es gilt neue Initiativen zu ergreifen.

Zum einen wurden in den vergangenen Monaten durch die Landesanstalt für Umwelt, Messung und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW)  Hochwassergefahrenkarten erstellt, auf denen ersichtlich ist, wo die Hochwassergefahr besonders hoch ist. Zum Anderen werden darauf aufbauend von den Bundesländern und den Kommunen sogenannte   Hochwasserrisikomanagementpläne von den Bundesländern und den Kommunen erstellt.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist auch die Information der Bevölkerung und der Unternehmen vor Ort. Durch gezielte Informationen, angepasste Bauweise, effektives Handeln im Ernstfall und entsprechende Versicherungen können durch die Bevölkerung und die Unternehmen bereits   Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.

Im Rahmen der Umsetzung der europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie werden die Kommunen in den nächsten Monaten „Hochwasser Alarm- und Einsatzpläne“ sowie nötige Maßnahmen erarbeiten, um besser auf entsprechende Naturereignisse vorbereitet zu sein und die Risiken durch Hochwasser zu minimieren – für das, was es zu schützen gilt: die Gesundheit der Menschen, die Wirtschaftskraft, Natur und Umwelt sowie unser kulturelles Erbe.

Weitere Informationen zum Thema „Hochwasserrisikomanagement“ finden Sie unter den folgenden Links:hwgk

 Infos des Landes bzgl. Hochwasserrisikomanagement

 Hochwassergefahrenkarte für Berghaupten (Themen/Wasser/Hochwasserrisikomanagement)

 Infos zum Thema Eigenvorsorge

 Ansprechpartner im Rathaus:  Ralf Hertle

 

Sachstand Hochwasserschutzkonzept (HWSK) Dorfbach im Obertal

Aufgrund der gravierenden Auswirkungen der Hochwassergefahrenkarte (HWGK) mit ihren Überflutungsszenarien für weite Teile des Dorfes hat der Gemeinderat das Ingenieurbüro Zink, Lauf, damit beauftragt, ein detailliertes Flußgebietsmodell zu erstellen und konkrete Vorschläge zum Hochwasserschutz zu machen. Laut HWGK gibt es bei einem Hochwasserereignis mit 50-jähriger Wahrscheinlichkeit großflächige Überflutungen im Ortsbereich. Bei einem sog. 100-jährigen Hochwasser wären 252 Gebäude und damit 48% der Wohn- und Geschäftshäuser betroffen. Außerdem sind Neubaugebiete und sonstige Bauvorhaben in solchen Überschwemmungsgebieten gesetzlich nicht mehr zulässig! Stefan Krämer ging in seinem anschaulichen Vortrag u.a. auf das Untersuchungsgebiet, die Ergebnisse der Bestandsuntersuchung, die Hochwassergefahrenkarte und die Grundlagen für das Hochwasserschutzkonzept ein. Grundsätzlich kommen verschiedene Elemente in Frage: Hochwasserrückhaltebecken mit Sedimentfang, Engstellenbeseitigung / Gewässerbau und Objektschutzmaßnahmen. Es wurden drei Varianten eines Regenrückhaltebeckens im Obertal mit unterschiedlichen Dimensionen und Einzugsgebieten untersucht, die eine Reduzierung der Gefahr zwischen 43 und 60% in Aussicht stellen. Auch hinsichtlich der momentan guten, aber (zeitlich) begrenzten Fördermöglichkeiten beauftragte der Gemeinderat am 12.09.2016 das Ingenieurbüro Zink damit, die Varianten P1 und P2 weiter zu untersuchen und dabei auch darzustellen, wie sich die beiden Maßnahmen jeweils auf die Hochwassergefahrenkarte auswirken. Hinsichtlich des Bergwerksbaches sollen die Ingenieure nach Lösungen vor Ort außerhalb des Rückhaltebeckens suchen.

Planungen für Regenrückhaltebecken gehen weiter: Der Gemeinderat wurde bereits in der Sitzung am 09.04.2018 in Form einer Mitteilung über die Verzögerungen und deren Ursachen im Zusammenhang mit dem Projekt informiert. Daraus entstand die Notwendigkeit, die Angelegenheit nochmals auf die Tagesordnung zu setzen, um über die weitere Vorgehensweise beraten zu können. Stefan Krämer von den Zink-Ingenieuren erläuterte den Sachstand des Projekts in der Sitzung am 07.05.2018 und die Ursachen für die Verzögerungen nochmal ausführlich. Die noch fehlende Kosten-Nutzen-Analyse als Grundlage für die weiteren Entscheidungen des Gemeinderats soll im Herbst vorliegen, nachdem die hydraulischen Berechnungen fertig gestellt sind.

 Hochwasserschutzkonzept Dorfbach, Stand Mai 2018

Abschlussbericht zum HWSK am 01.10.2018 im GR vorgestellt: Die Gemeinde hatte die Zink-Ingenieure damit beauftragt, ein Hochwasserschutzkonzept für den Dorfbach zu erstellen. Anlass war die Hochwassergefahrenkarte des Landes Baden-Württemberg, in der auch große Teile des Ortszentrums als Überschwemmungsflächen ausgewiesen sind. Dies bedeutet zum einen eine latente Hochwassergefahr für die bestehenden Gebäude, zum anderen ein faktisches Bauverbot für Neubauten und Erweiterungen. Bei einem hundertjährigen Hochwasser wären laut den Berechnungen 252 Wohn- und Geschäftshäuser betroffen mit einem Schaden von rund 2 Mio. Euro. Um der Hochwassergefahr und den damit verbundenen Entwicklungshindernissen zu begegnen, erstellten die Zink-Ingenieure entsprechende Konzepte. Kernstück bei einer zentralen Lösung ist ein Regenrückhaltebecken im Obertal mit einem Einzugsgebiet von 2,7 qkm, was 60 % des Gesamteinzugsgebiets des Dorfbachs entspricht. Dieses ca. 3,4 Mio. teure und ca. 70.000 cbm fassende Becken mit einer Dammhöhe von max. 8,80 m hätte laut den Berechnungen einen deutlichen Effekt und würde somit die Überschwemmungsfläche im Ort sehr deutlich reduzieren. Der Ortskernbereich wäre damit annähernd überflutungsfrei bei einem hundertjährigen Hochwasserereignis. Lediglich die Allmend-Wiesen wären auch weiterhin überflutet. Aufgrund der positiven Kosten-Nutzen-Relation ist eine Förderung von 70 % zu erwarten. Nach einer 2-4 Jahre dauernden Planungszeit könnte das Becken in ca. 1,5 Jahren gebaut werden. Problematisch sind allerdings die unsicheren Randbedingungen des Projekts wie sich ständig verändernde Wetterdaten, Rechtsgrundlagen, Berechnungsmodelle und sonstige Vorgaben. Alternativ dazu gebe es laut Zink-Ing. die Möglichkeit, ein dezentrales Hochwasserschutzkonzept umzusetzen in Form eines Hochwasserrisikomanagements mit Alarmplänen für den Hochwasserfall, Objektschutzmaßnahmen durch Gemeinde und Eigentümer sowie kleinere Maßnahmen. Großer Nachteil dabei ist, dass die Überschwemmungsflächen der Hochwassergefahrenkarte unverändert bleiben und dadurch die Bebauungs- und damit Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde weiter deutlich eingeschränkt bleiben. Dem Gemeinderat wurde sehr anschaulich vor Augen geführt, wie schwierig und vielschichtig dieses Thema ist und wird daher erst in einer der kommenden Sitzungen über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

 Abschlussbericht Hochwasserschutzkonzept, 01.10.2018

Planungen für Rückhaltebecken gehen weiter: Im Zusammenhang mit der Erstellung eines Hochwasserschutzkonzepts aus Anlass der in der Hochwassergefahrenkarte des Landes Baden-Württemberg großflächig ausgewiesenen Überschwemmungsgebiete im Ortskern hatte das mit den umfangreichen Untersuchungen beauftragte Ingenieurbüro Zink im Herbst 2018 die Ergebnisse bzgl. der Machbarkeit eines Regenrückhaltebeckens im Obertal in Form einer Studie detailliert vorgestellt. Aus Sicht eines Teils der Gemeinderäte blieben damals allerdings viele Fragen offen. Es wurde daher beschlossen, bis 2019 abzuwarten, um die anstehenden Änderungen in den verschiedenen rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen hinsichtlich Förderfähigkeit und Wirtschaftlichkeit prüfen und dann entscheiden zu können. Im Frühjahr 2019 lag schließlich die neue Arbeitshilfe der Landesanstalt für Umweltschutz (LUBW) zur Bewertung von Hochwasserschutzmaßnahmen vor. Anschließend wurde in mehreren Gesprächsrunden, an denen neben der Verwaltung und den Zink-Ingenieuren auch teilweise die beteiligten Behörden wie das Regierungspräsidium Freiburg (RP) und das Landratsamt Ortenaukreis (LRA) teilgenommen haben, die weitere Vorgehensweise hinsichtlich eines Hochwasserrückhaltebeckens (HWRB) im Obertal besprochen. Im Herbst 2019 stand schließlich Folgendes fest: Die Wasserwirtschaft (LRA / RP) hat mitgeteilt, dass die bisherige Kosten-Nutzen-Berechnung bzgl. HWRB nicht mehr anerkannt wird und damit auch keine Förderfähigkeit in Aussicht gestellt werden kann. Die vom Land im Rahmen der Aufstellung der Hochwassergefahrenkarte (HWGK) erstellte HWGK-Berechnung wird von der Wasserwirtschaft ebenfalls nicht mehr anerkannt. Eine Neuberechnung auf Kosten der Gemeinde ist erforderlich. Eine sog. „Sensitivitätsanalyse“ auf der Grundlage der neuen Vorgaben sollte nun dabei helfen, abschätzen zu können, ob das Projekt nach dem neuen Leitfaden noch wirtschaftlich im Sinne der Förderrichtlinien ist (Wirtschaftlichkeitsnachweis bzw. Nutzen-Kosten-Untersuchung). Hierbei wird mit den neuen Schadenskosten eine Art Hochrechnung durchgeführt, um zu sehen, ob im Vergleich zur bisherigen Berechnungen große Abweichungen entstehen. Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass auch nach der neuen Arbeitshilfe ein Nutzen-Kosten-Verhältnis 2,1 und damit größer 1 zu erwarten ist und die Maßnahme somit förderfähig wäre. Gewisse Unsicherheitsfaktoren bei der Wirtschaftlichkeitsbewertung wie die geforderte hydraulische Berechnung, weitere detaillierte Datenerhebungen zu den Kellerschäden und evtl. Kostensteigerungen beim Bau bleiben jedoch bestehen. Im Anschluss sind weitere Untersuchungen mit grob geschätzten Gesamtkosten von ca. 130.000 Euro notwendig für Bodengutachten, HWGK-Neuberechnung, artenschutzrechtliches Gutachten, Ingenieurskosten für Vorplanung etc. Für den Rat stellte sich nun grundsätzlich folgende Frage: Sollen die Planungen bzgl. einem HWRB mit weiteren Kosten und einem zwar kleinen aber verbleibenden Restrisiko bzgl. der Förderfähigkeit fortgesetzt werden oder will der Gemeinderat das Projekt an dieser Stelle mit allen daraus folgenden Konsequenzen abbrechen? Nach intensiver Diskussion in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 27.01.2020, in der erneut das Land wegen der sich ständig ändernden Rahmenbedingungen kritisiert wurde, herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass für eine Entscheidung im Gemeinderat und / oder per Bürgerentscheid, ob das Projekt umgesetzt wird oder nicht, zuerst weitere Grundlagen insbesondere bzgl. der Förderfähigkeit und damit der verbleibenden Kosten für die Gemeinde ermittelt werden müssen. Der Rat beschloss einstimmig, die Planungen fortzuführen und beauftragte das Ing.-Büro Zink, Angebote für die Durchführung der weitergehenden Untersuchungen (Bodengutachten, Ökologie, Hydraulik und Vorplanung) einzuholen.

 HWSK-Studie Zink-Ing., Stand: 27.01.2020